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Kirchen im Alten Land

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St. Martini et Nicolai zu Steinkirchen

Kirche
Orgel
Altar
Kronleuchter
Taufbecken
Taufstein

Geschichte

Steinkirchen feierte 1998 seinen 850. Geburtstag. Der Ort hieß früher "Lu", dann "Steenlu", später "Steenkarken" und seit etwa 150 Jahren "Steinkirchen" - offenbar nach seiner aus Stein gebauten Kirche. Da im 14. Jahrhundert hauptsächlich Holzkirchen gebaut wurden, war die Verwendung von Feldsteinen etwas Besonderes.

Die Kirche steht inmitten eines alten Friedhofes auf einer flachen Wurt neben der Hauptstraße. Bereits 1332 wird sie in einem Ablassbrief des Papstes Johann erwähnt.

Baugeschichte

  • Die ältesten Teile der Kirche findet man in der Apsis, an der Westwand (Turmseite) und in der Nordwand (Feldsteinmauern).
  • Um 1500 wurde die Feldsteinkirche mit Flachdach in einen gewölbten Backsteinbau verändert.
  • 1687 - 1785 erfolgt ein nochmaliger Umbau in eine barocke Saalkirche. Die Kirche erhält ihre Priechen (Emporen), die Fachwerkanbauten als Treppenaufgänge (Nordseite) und das "Brauthaus" (Südseite).
  • 1687 wurde die Arp-Schnitger-Orgel eingeweiht.
  • 1696 kam der 47 m hohe, hölzerne Glockenturm hinzu; er ist nicht mit dem Kirchenschiff verbunden.
  • 1773 bekam die Kirche ein mit Stuck verziertes Holztonnengewölbe und ein Mansard-Dach. Die Fenster wurden rundbogig erneuert.
  • 1985/86 wurden die Kirche und der Turm grundlegend restauriert.
  • Seit Mai 1993 steht neben der Kirche eine 2,20 m hohe Bronzefigur des Bildhauers Carsten Eggers. Die Skulptur des Mönchs Heinrich ist ein Symbol für die holländischen Kolonisten, die im 13. Jh. begannen, unser Land urbar zu machen. Finanziert wurde dieses Denkmal mit Spendengeldern und einem Zuschuss der Gemeinde.

 

 

 

Ausstattung

Der reich verzierte Kanzelaltar wurde 1784/85 vom Tischlermeister Carl Bülkau geschaffen und vom Verdener Schnitzer Christoph Hermann Meyer verziert.

Die Stufen zum Altar werden seitlich durch hölzerne Schranken begrenzt. Diese en-den in zwei Säulen, die früher als Taufe und als Opferstock genutzt wurden.

Die Figuren neben der über dem Altar "schwebenden" Kanzel stellen Moses mit zwei Gesetzestafeln und den Evangelisten Johannes mit Buch (Evangelium) und Adler dar. Die Figuren überm Schalldeckel der Kanzel stehen für die drei göttlichen Tugenden Glaube (Kreuz), Liebe (Mutter mit Kind), Hoffnung (Anker). Über der vollplastischen Kreuzigungsgruppe schließt der Kanzelaltar mit dem Auge Gottes ab.

Der alte Altar, der 1512 erneuert wurde, und die 1605 von Oswald v. Zesterfleth gestiftete Kanzel sind seit dem Einbau des jetzigen Altars verschollen. 

Die Priechen (Emporen) und das Gestühl stammen aus der Zeit des Umbaus 1687-1785. Die Bankplätze im Kirchenschiff wurden an Bewohner verkauft; ihre Namen waren bis zum 2. Weltkrieg an den Wänden aufgezeichnet. Die Priechen wurden im Stil des Rokoko (Ende 18. Jh.) vom Malermeister Schnibbe aus Hannover bemalt.
Die Prieche mit dem Wappen der Familie Zesterfleth stammt aus dem Jahr 1689.

Das Zesterflethsche Erbbegräbnis (1605) befindet sich unter dieser Prieche. Entdeckt wurde die Holztafel 1933 beim Bau einer neuen Heizung. Sie trägt die Inschrift: QVD TV ES, EGO FVI/QVOD EGO SVM, TV ERIS. Das ist/Was du Jtz unt bist, das bin/Jch Vormals auch gewesen,/Was aber ich nun bin das/mustu zuletzt auch werden.

Die Kronleuchter sind in den Jahren 1654 und 1793 gestiftet worden.

Taufbecken, Kanzel und Standleuchter wurden 1985/86 von einem dem dänischen Künstler Jack Hansen aus Ebeltoft bei Aarhus geschaffen.

Glockenturm

Der hölzerne Turm steht auf einem Granitsockel, hat einen quadratischen Unterbau und ein achteckiges Obergeschoß. Der Turmhelm hat zwei welsche Hauben, dazwischen ein achteckiges Uhrengeschoß. Den Abschluß bildet eine achteckige lange Spitze mit einem Erker für die Schlagglocke.
Im Turm befinden sich zwei Glocken. Die kleinere stammt von 1604, die größere von 1717, auf welcher folgender Spruch eingraviert ist: "Ich rufe die Lebendigen und beläute die Toten".

Die Schlagglocke mit der Inschrift "Hilf Gott, daß jeder Stunden Schlag der Mensch das End bedenken mag" stammt aus dem Jahr 1753.

Das alte Uhrwerk der Steinkirchener Kirche wurde 1912 von der Firma Weule aus Bockenem gebaut. Es befindet sich zu ebener Erde im Turm.