A A A
Startseite Hollern-Twielenfleth Lühekirchen Jork Borstel Estebrügge

Kirchen im Alten Land

Hinweis

Sie benutzen Internet Explorer 6. Dieser Browser wird bald 10 Jahre alt und fällt deswegen durch Sicherheitslücken und Fehldarstellungen moderner Webseiten auf. Bitte aktualisieren Sie in Ihrem eigenen Interesse Ihren Browser.

Browserupdate herunterladen »

Druckversion

Konfirmation - früher und heute

Das Ehepaar Gerda und Ernst Faby wurde von Jan-Philipp Lehnhausen besucht, um zu hören, wie Konfirmandenunterricht und Konfirmation damals aussahen. Zu Beginn fragte er nach dem Konfirmandenunterricht. Damals wie heute fand der Unterricht über zwei Jahre statt. Damals fand der Konfirmandenunterricht vormittags statt. Frau Faby , die in Twielenfleth zur Schule ging, berichtete, man traf sich jeden morgen in Hollern zum Konfirmandenunterricht beim Pastor. Herr Faby, der das Athenaeum besuchte, traf sich Montag morgens in Wilhadi im Gemeindesaal beim Superintendenten sowie zu einem weiteren Termin beim Gemeindepastor zum Unterricht. Heute findet  der Vorkonfirmandenjahrgang in der vierten Klasse statt, der Unterricht wird an vier Samstagen sowie einem Wochenende durchgeführt und von der Diakonin geleitet. Den Hauptkonfirmandenunterricht, der ab der 8. Klasse wöchentlich stattfindet, begleitet der Pastor. Damals war es üblich, dass die Konfirmanden möglichst an jedem Sonntag zur Kirche gingen, heute sind in einem Jahr zehn Gottesdienste Pflicht. Der Konfirmandenunterricht bei den Fabys bestand darin, dass man Bibelverse und die Bibellehre besprach und es gab viele Aufgaben, im wesentlichen Auswendiglernen. Frau Faby berichtete, dass sie den Katechismus und viele Gesänge auswendig lernen mussten. Blödsinn machen und herum kaspern standen nicht auf der Tagesordnung und ein Konfirmand sei aufgrund seiner Frechheit nicht konfirmiert worden. Heute beschränkt sich das Auswendiglernen auf die zehn Gebote, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis.

Wochenendfreizeiten, die heute in beiden Jahrgängen üblich sind, gab es zur Konfirmandenzeit der Fabys nicht.

Die Konfirmation 1938 fand am Karfreitag statt, und die Konfirmanden wurden geprüft. Der Pastor stellte Fragen, die die Konfirmanden beantworten mussten. Am Gründonnerstag fand das erste gemeinsame Abendmahl statt.

Nach den Beweggründen dafür gefragt, warum sie sich haben konfirmieren lassen, kamen beide zu dem Entschluss, dass es so üblich gewesen sei und „man sich eben konfirmieren ließ“. Dies scheint auch heute noch zu gelten, denn Jan-Philipp kam zu dem gleichen Ergebnis.

Zu der Frage, ob man damals auch Geschenke zur Konfirmation bekam, führte Frau Faby aus, dass es durchaus üblich war Geldgeschenke zu übereichen, aber auch silberne Löffel oder Wäsche für die Aussteuer, die in der Regel etwas größer ausfiel, damit sie dann später auch passte. Herr Faby berichtete von einem sehr ausgefallenen Geschenk, er hatte einen Spazierstock von einem Verwandten bekommen. Insgesamt sei zu ihrer Konfirmation recht teure Geschenke gemacht worden, man habe den wirtschaftlichen Aufschwung der Vorkriegszeit deutlich merken können.

Anschließend kam das Thema Kleidung zur Sprache. Zur Konfirmation trugen die Jungen schwarze Anzüge und die Mädchen schwarze Kleider. Weiß wurde so Frau Faby erst später üblich. Zu Jan-Philipps Konfirmation waren  die Jungen ebenfalls in dunkle Anzüge gekleidet, oft mit farbigem Hemd. Die Mädchen kamen im Wesentlichen in schwarzen Kleidern.

Zum Abschluss kam das Thema Gäste zur Sprache. Früher wie auch heute war die Konfirmation eine große Familienfeier, zu der auch die auswärtige Verwandtschaft anreiste. Zu Herrn Faby reisten die entferntesten Gäste von Steinhuder Meer mit der Eisenbahn an. Bei Jan-Philipp kamen die Gäste zum Teil aus dem Saarland - mit dem Auto.

weitere Artikel: