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Die St. Matthias Kirche in Jork - eine Kirche mit Zertifikat

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Jork. Seit 2007 ist das Umweltmanagement-Team der St. Matthias-Gemeinde im Alten Land aktiv. Und konnte nun den Erfolg ihrer engagierten Arbeit feiern: Sämtliche Immobilien der Jorker Kirchengemeinde sind nun nach der Europäischen Umwelt-Audit Verordnung EMAS III zertifiziert.
Alle Gebäude nun zertifiziert
Grüner Hahn

Wer die St. Matthias-Kirche in Jork betritt, kommt nicht umhin, links neben der Eingangstür ein Schild wahrzunehmen, das einen grünen Hahn zeigt, umringt von den Worten „Kirche mit umweltgerechtem Handeln“ und daneben die Aufschrift „EMAS geprüftes Umweltmanagement“ trägt.

Doch was bedeuten die beiden Logos und wie kam es zu diesen Auszeichnungen?

Ausschlaggebend war eine kleine Flasche Apfelsaft, die den Kirchenvorstand auf einer Sitzung zum Nachdenken anregte. Wie konnte es sein, dass in Jork, im Zentrum der Obstanbauregion Altes Land, einer Region, in der vorwiegend Apfelbäume in langen Reihen die Obstplantagen füllen, Apfelsaft aus Süddeutschland auf dem Tisch stand? Wie weit war diese Flasche gereist?  Und warum? Obwohl vor Ort Apfelsaft in Hülle und Fülle angeboten wird…

Dieser Gedanke brachte einen Stein ins Rollen, der die Kirchen-vorstandsmitglieder dazu anregte, als eine der ersten Kirchengemeinden an dem von der Hannoverschen Landeskirche im Jahr 2006 initiierten Projekt „Der Grüne Hahn - Umweltmanagement für eine Kirche mit Zukunft“ teilzunehmen. Inzwischen kann die Gemeinde der St. Matthias-Kirche stolz darauf sein, dass sie im Rahmen des Projektes „Grüner Hahn“ bereits am 22.05.2008, als Erste von 1355 Gemeinden der Landeskirche mit dem EMAS - Zertifikat ausgezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um ein Zertifikat nach der Europäischen Umwelt – Audit - Verordnung (EMASII), das als eines der weltweit anspruchsvollsten Zertifizierungen im Umweltbereich gilt und dazu führt, dass die St. Matthias – Kirche bei der IHK in das Register der zertifizierten Unternehmen aufgenommen wurde und das EMAS - Logo mit der eigenen Registrierungsnummer nun öf­fentlich nutzen kann.

Wie war das möglich? Bereits Anfang 2007 bildete sich in der St. Matthias-Kirchengemeinde eine Gruppe aus zwei Mitgliedern des Kirchenvorstandes und sechs engagierten Gemeindemitgliedern, die bis heute in zweiwöchigem Abstand zusammentrifft, um sich mit der praktischen Umsetzung der Leitsätze „Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit“ zu beschäftigen. Die Glaubwürdigkeit, dem Schöpfungsauftrag Gottes zu entsprechen; die Nachhaltigkeit, mit der die Erde für kommende Generationen bewahrt und erhalten bleiben soll und das wirtschaftlich verantwortungsvolle Handeln der Kirchengemeinden stehen dabei – wie die damalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann es in ihrem Grußwort an die teilnehmenden Kirchengemeinden formulierte – leitend im Vordergrund. Aber Gemeindeaufbau durch die Einbeziehung motivierter Menschen, die ihre Talente und Fähigkeiten einbringen und in den Dienst der Kirche stellen, ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt des Projektes     

Aus den Reihen des neu gebildeten Umweltmanagementteams wurde eines der Kirchenvorstandsmitglieder zum Umweltmanagementbeauftragten benannt. Die Teilnahme von Mitgliedern des Kirchenvorstandes hat sich bei der Realisierung des Projektes als sehr positiv erwiesen, denn sie macht schnelle Entscheidungen möglich. Und die beruflichen Hintergründe der Mitglieder ließen die Gruppe bald zu einem Kompetenzteam in Sachen Umweltschutz werden.  

Das Ziel ist, alle kirchlichen Gebäude und Ländereien unter Umweltgesichtspunkten zu beleuchten. In Jork konzentrierte man sich In der ersten Zertifizierungsphase zunächst auf die St. Matthias-Kirche und das Gemeindehaus, in einem zweiten Schritt sollen ab 2011 die beiden kirchlichen Kindergärten und das Pastorenhaus auf Energieverbrauch, Abfallaufkommen und auch sicherheitstechnische Gesichtspunkte hin untersucht werden. Ein EMAS-zertifizierter Gutachter prüft die vorgenommenen Maßnahmen und die zu veröffentlichende Umwelterklärung der Kirche gewährt einen Überblick über das gesamte Vorgehen von der Erstellung der Umweltleitlinien bis hin zur Prüfung der Ergebnisse.  

Und das Fazit? Der Aufwand hat sich gelohnt, denn zusätzlich zu den festgestellten  Einsparmöglichkeiten hat auch ein anderes Umweltbewusstsein in der Gemeinde Einzug gehalten. Und genau darauf möchte sich das Umweltteam neben der anstehenden Revalidierung in Zukunft konzentrieren: Die kirchlichen Umweltaktivitäten sollen durch vermehrte Öffentlichkeitsarbeit eine noch größere Außenwirkung erfahren.    

 

Anja Schuback