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Faszinierendes Klangerlebnis – Obertonkonzert in der St. Mauritius-Kirche Hollern

Ahrens, Wolfgang.jpg

Ein faszinierendes Klangphänomen wird am Sonntag, den 18. September 2011 um 17 Uhr in der St. Mauritius-Kirche Hollern zu hören sein: Obertongesang – die Kunst mit einer Stimme zwei oder mehr Töne gleichzeitig zu singen. Solist ist der Stader Obertonsänger Wolfgang Ahrens.

 

Eine ungewöhnliche Gesangstechnik  

Obertöne sind an sich nichts Außergewöhnliches. Sie bauen sich über jedem Ton auf und  klingen von selbst mit. Auch die menschliche Stimme verfügt über eine Fülle von parallelen Tonschichtungen, die allerdings nur in ihrer Gesamtheit als Klangfarbe wahrgenommen werden.  Beim Obertongesang nun werden Teile der Töne so herauskristallisiert, dass sie getrennt und in eigenständigen Melodien wahrzunehmen sind. Solche magischen Klänge wie aus einer anderen Welt nehmen den Hörer sofort gefangen. Der Effekt, aus einer Kehle mehrstimmigen, sphärisch anmutenden Gesang vernehmen zu können, ist spektakulär. Obertongesang, bekannt von den Gesängen tibetischer Mönche und aus der zentralasiatischen Folklore ist fraglos eines der faszinierendsten Klangphänomene unserer Zeit. Ahrens beherrscht diese Kunst meisterhaft: „Wolfgang Ahrens – der Meister des Obertons“ schrieb der Tageblatt-Rezensent Harald Winter nach dem Hollerner Konzert am 18. 09. 2007.

Ahrens unterlegt den Gesang mit obertonreichen Instrumenten, wie z.B. der indischen Shrutibox oder der Tambura (s. Foto); er setzt aber auch die bisher in der Obertonmusik eher selten verwendete Gitarre ein.

Der Eintritt beträgt 8 Euro. Ein Teil davon soll der neuen Schnitger-Orgel zugute kommen.

 

Wem die Obertonmusik nicht bekannt ist, der erhält im nachstehenden Artikel aus 2007 weitere Informationen:

Hollern Von Harald Winter: Es mutet an wie Zauberei, geheimnisvoll, fast übernatürlich, und doch ist es ein einfaches physikalisches Phänomen, das jeden in seinen Bann zieht, wenn es erklingt: Obertöne. In Hollerns St. Mauritius entführte der Stader Obertonsänger Wolfgang Ahrens sein Publikum am Sonntagnachmittag in die Welt der sphärischen Stimmklänge und sorgte mit seiner Virtuosität in diesem Fach für ein rundum gelungenes Konzert facettenreicher stimmlicher Schwingungen.
Dabei gab der Titel der ersten seiner fast ausschließlich aus eigener Feder stammenden Kompositionen die Grundstimmung der vor allem meditativ wirkenden Klangbilder treffsicher wieder: „In eine andere Welt entrückt…“. Genau das passierte dem Publikum, dessen Begeisterung sich so erst im Schlussapplaus entladen konnte, denn zwischendrin schienen die über allem schwebenden, alles durchdringenden Klänge den Hörer in eine – durchaus positive – jenseitige Welt zu entführen.
Und das, obwohl alles simple Physik ist. Obertöne bauen sich über jedem Ton auf, bei jedem Instrument. Es gibt eine Grundschwingung und unendlich viele Obertöne, schon von Pythagoras entdeckt.
Da tummeln sich für unser Musikempfinden vor allem wunderbar harmonische Klänge neben einigen schrägen, weiter entfernten, die uns gar nicht so passen, die aber da sind. Alle kann man hörbar machen, auch bei jedem Instrument, so auch bei der Stimme. Allerdings braucht es dafür kunstfertige Techniken, die Wolfgang Ahrens, ehemals Schulleiter in Stade und gefesselt von diesen Klängen nach Studien am australischen Didgeridoo vor zwölf Jahren, in beeindruckender Weise einsetzte.
So gelang es ihm, eine Atmosphäre meditativer Übernatürlichkeit zu schaffen, die im Klang begründet liegt. Keiner kann sie erklären, doch sie ist da, und fernöstliche religiöse Strömungen wie Hinduismus und Buddhismus haben sie deshalb in ihre Rituale mit aufgenommen und die südsibirischen Tuva in ihre Folklore.

Artikel erschienen am: 18.09.2007

 

 

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