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Kirchen im Alten Land

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Ein alter Klingelbeutel aus dem Jahr 1745

Klingekbeutel

Klingelbeutel und Nächstenliebe

Unsere Kirchengemeinde besitzt noch einen alten Klingelbeutel aus dem Jahr 1745, der seinem Namen alle Ehre macht. An einem langen Stab hängt ein schwarzer, mit silbernen Bordüren verzierter und mit Leder gefütterter Samtbeutel, an dem eine „Klingel“,. ein kleines silbernes Glöckchen hängt. Unser alter Klingelbeutel wird kaum noch verwendet. Viel besser und einfacher zu handhaben ist der neue. Klein, mit zwei Holzgriffen versehen, kann er bequem von den Gottesdienstbesuchern selbst durch die Reihen gereicht werden.

Ganz neue Wege ging man 1998 in einer evangelischen Gemeinde in Stuttgart. Dort führte man den „elektronischen Klingelbeutel“ ein. Hierzu wird ein spezieller Geldautomat in der Kirche aufgestellt, so dass die Gottesdienstbesucher mit Kreditkarte und Geheimnummer ihre Spenden geben können (Auszahlungen sind selbstverständlich nicht möglich.) Ein solcher Automat ist unserer Kirche wohl kaum vorstellbar.

Das Sammeln von Kollekten für Bedürftige geht auf die ersten urchristlichen Gemeinden zurück. Bis ins 19. Jahrhundert wurde in Borstel das „Klingelbeutelgeld“ in die Armenkasse gezahlt, aus der die Armen der Gemeinde notdürftig unterstützt wurden. Heute werden die eingesammelten Gelder vielfältiger verteilt. Der Kollektenplan der Hannoverschen Landeskirche schreibt größtenteils vor, für welches Projekt die Klingelbeutelspende Verwendung finden soll. Dies kann z.B. die Unterstützung des gerade stattgefundenen Kirchentages sein, aber auch Hilfe für Christen im Irak, Förderung der Kirchenmusik oder die Sammlung für „Brot für die Welt“. Zusätzlich wird der Gottesdienstbesucher am Ausgang um die sogenannte „Diakoniekollekte“ gebeten. Diese Kollekte soll der eigenen Gemeinde bzw. übergemeindlich organisierter Diakoniearbeit zukommen wie z.B. der Hospizarbeit, Suchtberatung, Telefonseelsorge oder Jugendarbeit. Aber immer auch wird für sozial schwache Menschen in unserer Gemeinde gesammelt.

Abschließend bleibt die Frage, warum ein Glöckchen am Klingelbeutel ist. Man kann es symbolisch deuten: Das Glöckchen soll die Christen wach halten für die Sorgen und Probleme dieser Welt. Man kann es aber auch ganz praktisch sehen: Das Klingeln kündigt den nahenden Klingelbeutel an und fordert auf, die Gabe bereit zu halten. Vielleicht ist aber auch schon der ein oder andere Christ von dem feinen Klingeln aufgewacht.

Karen Jäger